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Karriere

Soldat werden: Bewerbung, Musterung, Verpflichtung – und was du vorher klären solltest

12 Min. LesezeitStand: Juli 2026

Seit dem 1. Januar 2026 gilt der rechtliche Rahmen des Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes. Der Bundestag hatte es am 5. Dezember 2025 beschlossen, der Bundesrat stimmte am 19. Dezember zu. Wichtig für die Einordnung: Der Dienst bleibt freiwillig. Die allgemeine Wehrpflicht ist nicht zurück. Was neu ist, sind Wehrerfassung und Musterung.

Was sich für die Jahrgänge ab 2008 ändert

Für den Wehrdienst selbst sind mindestens sechs Monate vorgesehen, mit einer Vergütung ab rund 2.600 Euro brutto monatlich einschließlich Unterbringung; für Soldaten auf Zeit liegt der Einstieg etwas darüber. Bei einer Verpflichtung von mindestens einem Jahr ist ein Zuschuss zum Führerschein vorgesehen.

Der Weg zur Einstellung

1. Karriereberatung

Erste Station ist die Karriereberatung im Karrierecenter oder online. Hier geht es darum, welche Laufbahn und welche Verwendung zu Schulabschluss, Interessen und körperlichen Voraussetzungen passen. Dieses Gespräch ist unverbindlich und kostet nichts – nimm es ernst und geh mit Fragen hin, nicht nur mit Antworten.

2. Bewerbung

Die Bewerbung läuft über das Online-Portal der Bundeswehr. Grundvoraussetzungen sind in der Regel die deutsche Staatsangehörigkeit, das Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung, ein Mindestalter von 17 Jahren – bei Minderjährigen mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten – und ein je nach Laufbahn geforderter Schulabschluss.

3. Eignungsfeststellung

Das Assessment dauert je nach Laufbahn ein bis mehrere Tage und besteht typischerweise aus:

4. Verpflichtung und Sicherheitsüberprüfung

Mit der Einstellungszusage folgen die Festsetzung der Dienstzeit und die einfache oder erweiterte Sicherheitsüberprüfung, je nach vorgesehener Verwendung. Diese kann Wochen dauern und gehört zum realistischen Zeitplan dazu.

Vorbereitung, die wirklich hilft

Der Sporttest ist die häufigste Hürde und die einzige, an der du in sechs Wochen etwas ändern kannst. Klimmhang und 1.000 Meter lassen sich gezielt trainieren. Der Wissenstest belohnt Grundrechenarten unter Zeitdruck – nicht Auswendiglernen.

Die Entscheidung, die am meisten Geld bewegt: die Verpflichtungszeit

Beim Blick auf Sold und Standort geht regelmäßig unter, dass die Verpflichtungszeit weit über die Dienstjahre hinaus wirkt. Sie bestimmt:

Fünf Dinge, die in den ersten Wochen erledigt sein sollten

  1. Diensthaftpflicht prüfen. Für Schäden an Bundeseigentum kannst du bei grober Fahrlässigkeit in Regress genommen werden. Nicht jede private Haftpflicht deckt das mit ab – der Einschluss von Dienstschlüsseln und dienstlich überlassenen Sachen gehört ausdrücklich in die Bedingungen.
  2. Vermögenswirksame Leistungen beantragen. 6,65 Euro im Monat vom Dienstherrn gibt es nur mit gestelltem Antrag und hinterlegtem Vertrag. Ohne beides verfallen sie (Details).
  3. Anwartschaft klären. Der Truppenarzt versorgt dich nur bis zum letzten Diensttag. Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto mehr ist sie wert (Details).
  4. Dienstunfähigkeit absichern. Eine gewöhnliche Berufsunfähigkeitsversicherung greift bei Dienstunfähigkeit oft nicht (Details).
  5. Erste Steuererklärung planen. Umzug zur Grundausbildung, Lehrgänge, Heimfahrten: Im Einstellungsjahr fallen die höchsten Werbungskosten der ganzen Laufbahn an – und im ersten Jahr ist das zu versteuernde Einkommen niedrig, was die Erstattung nicht erhöht, den Aufwand aber lohnend macht, sobald das erste volle Dienstjahr abgerechnet wird.
Bevor du unterschreibst

Lass dir Verpflichtungszeit, vorgesehene Verwendung und Standort schriftlich bestätigen und frage im Karrierecenter gezielt nach den daraus folgenden BFD-Ansprüchen. Das ist die einzige Zahl im Vertrag, die du später nicht mehr ändern kannst, ohne die Dienstzeit zu verlängern.

Stand Juli 2026. Der rechtliche Rahmen ist durch das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz seit dem 1. Januar 2026 in Bewegung; Details zur Umsetzung ändern sich laufend. Verbindliche Auskünfte geben ausschließlich die Karrierecenter der Bundeswehr.